Bewältigung des Todes

Sie haben einen Angehörigen verloren ?! Vieles strömt jetzt auf Sie ein. So vieles ist zu organisieren (trotz der Hilfe der Beerdigungsinstitute), so vieles zu bedenken, dass man gar nicht recht die Zeit findet, die Gedanken und Gefühle wirklich zuzulassen, die mit diesem schweren Verlust verbunden sind. Das alles kommt erst später, oft erst nach der Beerdigung. Dann erst tut sich das Loch auf, das der Verlust bedeutet.

Darum ist es wichtig, dass Sie den Weg des Abschieds so bewusst wie möglich gehen. So können Sie die Kraft gewinnen und Gedanken bereits jetzt zulassen, die Ihnen später helfen.
Ein paar Schritte dazu und wie wir Ihnen dabei helfen, können Sie hier nachlesen.

Aussegnung

Eine weitgehend in Vergessenheit geratene Möglichkeit des Abschieds.
Niemand ist gezwungen, den Verstorbenen sofort an ein Bestattungsinstitut weiterzugeben. Sie können zunächst den Pfarrer rufen, der gemeinsam mit Ihnen am Totenbett für den Toten betet und einen Abschieds-Segen spricht (Übrigens kann dies auf Wunsch des Sterbenden auch schon vor dessen Tod geschehen).
Auch wenn das Bestattungsinstitut den Toten schon auf seinem Totenbett einkleidet, können Sie den Verstorbenen noch bis zu 48 Stunden nach seinem Tod zu Hause behalten. Manche Bestattungsinstitute räumen auch die Möglichkeit ein, den Toten selbst zu waschen und ihm so einen letzten Liebesdienst zu erweisen.

Vorbereitung auf die Bestattung

Mit dem Bestattungsinstitut klären Sie die Einzelheiten der Bestattung, Sarg, Blumen etc, die Art der Bestattung: Erd- oder Feuerbestattung. Als Hilfe zu Ihrer Entscheidung, falls der/die Verstorbene nichts verfügt hat, können Sie sich auch diese Gedanken zur Bestattungsform durchlesen.

Wenn Sie den Termin der Bestattung festsetzen, denken Sie daran, auch mit unserem Pfarrer Kontakt aufzunehmen, falls Sie das nicht schon vorher getan haben. Meist tut das auch das Bestattungsinstitut für Sie, wenn Sie mit dem Bestatter zusammen das Organisatorische besprechen.

Der Pfarrer wird sich in der Regel bemühen, seinen Terminplan von Terminen um 14 Uhr freizuhalten (der üblichen Bestattungszeit in unserer Gemeinde), doch manchmal gibt es eben schon andere, nicht verschiebbare Termine für einen Pfarrer. Dass das gerade in einer so sensiblen Situation wie einem Trauerfall zu Problemen führen kann, muss ich nicht extra erläutern.
Wenn der Pfarrer Urlaub macht oder sonst über längere Zeit nicht erreichbar ist, dann beauftragt er einen Vertreter / eine Vertreterin.

Bei einem ersten fernmündlichen Gespräch mit dem Pfarrer vereinbart er mit Ihnen auch einen Termin für eine Vorbesprechung. Hier ist Gelegenheit, über das eigene Erleben des Todes des Angehörigen zu sprechen und es so loszuwerden. Außerdem dient das Gespräch dazu, dass sich der Pfarrer ein Bild von dem Verstorbenen machen kann.

Der Ablauf des Gottesdienstes wird erläutert, den Verstorbenen prägende Bibeltexte (wie Konfirmandenspruch, Trautext etc) besprochen, Lieder für den Gottesdienst ausgesucht. Falls Sie dazu Notizen oder Unterlagen haben, halten Sie diese für das Gespräch bereit.

Nach der Bestattung

Nach der Beerdigung, nachdem alles getan ist, was getan werden musste, fängt für die meisten unter den Hinterbliebenen die eigentliche Trauerarbeit erst an. Der Schmerz muss bewältigt werden, der Tod des Angehörigen muss angenommen werden, vieles muss losgelassen werden, das Leben muss ohne den Angehörigen neu geordnet werden.

In der Regel finden wir mit Hilfe von Angehörigen und Freunden einen Weg, mit der Trauer umzugehen.
Vielleicht möchten Sie aber auch noch einmal mit einem Seelsorger sprechen. Rufen Sie unseren Pfarrer an (06224/9021537)!
Außerdem wird in unserer Gemeinde eine Trauergruppe angeboten, in der Betroffene miteinander ins Gespräch kommen können. Diese Gruppe wird geleitet von unserer Gemeindediakonin, Frau Fürbach-Weber. Sie ist erreichbar unter der Nummer: 06224/13373. Weitere Informationen finden Sie hier.

In manchen Fällen ist für den Pfarrer aber schon aus der Situation erkennbar, dass es sich um besonders tragische Todesumstände handelt, dass ein Tod besonders schwer zu verarbeiten ist, wo Menschen jung oder ohne Vorwarnung mitten aus dem Leben gerissen wurden, dass Angehörige besonders belastet sind. Dann wird er sich in aller Regel nach einiger Zeit selbst noch einmal bei Ihnen melden, um Ihnen ein weiteres Gespräch mit etwas Abstand anzubieten. Wenn Sie vorher schon Unterstützung brauchen, greifen Sie bitte selbst zum Telefon!

Urnenbeisetzungen nach einer kirchlichen Trauerfeier

Hat ein Trauergottesdienst vor einer geplanten Einäscherung stattgefunden, so begleitet unser Pfarrer Sie auch gerne bei der Urnenbeisetzung.

In der Regel ca eine Woche nach der Feuerbestattung trifft die Urne mit der Asche Ihres Angehörigen bei der Ortsverwaltung ein. Damit Sie nicht ohne seelsorgerliche Begleitung die Urne "vergraben" lassen müssen, biete ich Ihnen an, bei der Beisetzung der Asche diesen Weg mit Ihnen zu gehen.

Sobald Sie von der Ortsverwaltung (oder vom Bestatter) informiert wurden, dass die Urne da ist, setzen Sie sich bitte mit Pfr Geißler in Verbindung. Wir sind dann ja relativ frei, einen Termin miteinander zu vereinbaren, an dem alle, die dabei sein möchten, Zeit haben.
Von der Ortsverwaltung werden normalerweise die Zeiten freigehalten, zu denen Beerdigungen stattfinden könnten (14 Uhr). Das bedeutet: Urnenbeisetzungen finden im allgemeinen vormittags statt oder nachmittags ab 15.30 Uhr.

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Thema Feuerbestattung

In früheren Zeiten war die Feuerbestattung aus religiösen Gründen verpönt. Heute spielt dies keine Rolle mehr, allerdings gibt es Menschen, die damit Probleme haben, auf die man meist erst stößt, wenn es zu spät ist.

Unterschätzt wird von denen, die sich für eine Feuerbestattung ihres verstorbenen Angehörigen entscheiden, häufig die psychologische Anspannung, die in der Zeit zwischen Tod/Trauerfeier und Urnenbeisetzung entsteht. Eigentlich macht sich die Psyche nach dem Tod nach und nach mit dem Gedanken des Todes des Angehörigen vertraut, will loslassen und sich selbst aus dem Bann des Todes befreien.

Die traditionelle Erdbestattung kommt dem mit dem Ablauf des Rituals der Bestattung entgegen. Mit der Bettung des Sarges in die Erde und der Schließung des Grabes kommt die Trauerfeier zu ihrem Abschluss, kann ein erster Schritt des Loslassens gegangen werden.

Bei Trauerfeiern am Sarg mit anschließender Feuerbestattung kann dieser Schritt nach Ende der Trauerfeier für die meisten Angehörigen noch nicht gegangen werden. Die Trauerfeier hat keinen eigentlichen Abschluss. Der Tote ist noch nicht 'unter der Erde'. Für die Hinterbliebenen entsteht eine 'Pause' mitunter von ein bis zwei Wochen. "Man hängt regelrecht in der Luft", wie Betroffene schon sagten.

Dies muss für Sie so nicht zutreffen. Wir möchten Ihnen diese Erfahrungen dennoch mitgeben für den Fall, dass Sie selbst die Bestattungsart für einen verstorbenen Angehörigen bestimmen.

Oft kommen wir jedoch in die Situation, da haben die Verstorbenen schon vor ihrem Tod ihre Bestattungsart festgelegt. Dann müssen wir miteinander diese Situation aushalten. Falls Sie aber in die Entscheidungsgänge (etwa bei Gesprächen mit Kranken und Sterbenden) miteinbezogen werden oder selbst mit Angehörigen Ihre eigene Bestattung besprechen können, sollten Sie diese Erfahrungen und die Auswirkungen dieser psychischen Spannungssituation auf sich selbst bzw Ihre Angehörigen mitbedenken.

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